Gleichzeitig wurde die Hirschstraße zusammen mit dem Brennterwinkel in 'Hans-Vogel-Straße' umbenannt. Ein rein nationalsozialistischer Stadtrat hatte am 4.8.1933 den Volksschullehrer Hans Vogel zum 1. Bürgermeister gewählt. Zuvor verloren die beiden SPD-Stadträte durch Parteiverbot ihre Ämter und die vier Stadträte der Bayerischen Volkspartei erklärten ihren Amtsverzicht, nachdem sie in Schutzhaft genommen worden waren. Vogel wurde am 31.3.1945 Ehrenbürger der Stadt, am 1.5.1945 wurde er auf der Flucht erschossen.
Am 4.9.1936 kommt der Sozialdemokrat Josef Bentele ins KZ Dachau. Er war wegen politischer Äußerungen denunziert worden und war deshalb 15 Monate im KZ. Am 13.11.1939 kommt die Bankdirektorsgattin und NS-Gegnerin Franziska Weber nach dem sog. 'Heimtückegesetz' bis 10.12.1941 ins Frauen-KZ Ravensbrück.
Am 12.1.44 wird der 77-jährige Jakob Plaut als Jude ins KZ Theresienstadt deportiert. Er kehrt nach Kriegsende wieder nach Lindenberg zurück und lebte hier bis zu seinem Tod 1955. Ein „Stolperstein" vor dem EIngang des heutigen Hutmuseums, erinnert an sein Schicksal.
Am 6.6.44 kommt die aus Lindenberg stammende Auguste Zwiesler im KZ Auschwitz ums Leben.
Am 22.Juli 1944, zwei Tage nach dem Attentat auf Hitler, werden Reichswehrminister a.D. Dr. Otto Geßler und Reichslandwirtschaftsminister a .D. Anton Fehr verhaftet und ins KZ Ravensbrück bei Berlin eingeliefert. Fehr kam nach zwei Monaten wieder frei, Geßler, als „persönlicher Gefangener des Führers", erst am 24. Februar 1945.
Erinnerung Stadtgeschichte 2011



