Geldstadt

J. Adolf Schwarz gründete im Jahr 1899 eine Buch- und Kunstdruckerei in Lindenberg. Mit künstlerisch und drucktechnisch herausragenden Notgeld-Drucken machte er in den Jahren 1917 bis 1923 Lindenberg als „Geldstadt" deutschlandweit bekannt.

Die in kongenialer Zusammenarbeit mit dem Würzburger Künstler Heinz Schiestl entstandenen kommunalen Geldscheine dienten nicht nur als Ersatzgeld für das kriegsbedingte Verschwinden des Metallgelds, sondern wurden zu Sammlerstücken. Ein Lindenberger 10-Pfennig- Schein ist Sammlern heute etwa 2 Euro Wert.

Die Qualität des Lindenberger Notgelds fand in der Fachwelt höchste Anerkennung und so kam es, dass zahlreiche Kommunen ihr Notgeld in Lindenberg fertigen ließen. Die Druckerei Schwarz lieferte u.a. das Eisenacher Luthergeld, das Naumburger Hussitengeld, das Notgeld von Helgoland, Nesselwang, Immenstadt, Altötting, Oberammergau, Koblenz, Coesfeld, Passau, Göttingen, Eschwege, Heiligenstadt, Bad Oeynhausen, Paderborn, Straubing, Bad Reichenhall, Neu-Ulm, Treuenbrietzen, Verden/Aller, Trebnitz i. Schlesien, Wesel, Weißenfels/Saale, Xanten und weitere.

 

Erinnerung Stadtgeschichte 2010