Ministerstadt

Lindenberg war 1926 bis 1939 als die „3-MinisterStadt" bekannt. In dieser Zeit hatten drei Reichsminister der Weimarer Republik in der Stadt einen Wohnsitz: Anton Fehr, Otto Geßler und Heinrich Brauns. Alle drei sind auf dem Aureliusfriedhof begraben. Heinrich Brauns im dortigen Priestergrab.

Grabinschrift: Dr. h.c. Anton Fehr o. Hochschulprofessor Reichs- und Staatsminister geb. 1881 gest. 1954

Prof. Dr. Anton Fehr (1881-1954)

wurde in Lindenberg als Sohn des späteren Bürgermeisters Josef Fehr geboren. Er war o. Professor für Milchwirtschaft in Weihenstephan, von 1920 bis 1933 Reichstagsabgeordneter, 1922 Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Von 1924 bis 1930 war er Bayerischer Staatsminister für Landwirtschaft und Arbeit.

Dr. Otto Geßler (1875-1955)

erwarb 1918 einen Bauernhof in Lindenberg und betrachtete diesen fortan als seine Heimat. Er wurde 1919 Reichsminister für Wiederaufbau und war von 1920 bis 1928 Reichswehrminister. Von 1950 bis 1955 Präsident des Bayer. Roten Kreuzes, ermöglichte er durch eine Stiftung die Gründung der Berufsfachschule für Krankenpflege im 1963 eröffneten Dr.-Otto-Geßler-Krankenhaus.

Dr. Heinrich Brauns (1868-1939)

ließ sich 1926 am Nadenberg nieder. Er war von 1920 bis 1928 Reichsarbeitsminister und prägte nachhaltig die Sozialpolitik der Weimarer Republik (u.a. Betriebsrätegesetz, Arbeitszeitverordnung, Arbeitsvermittlung, Arbeitslosenversicherung). Er war Mitbegründer und erster Vorsitzender des Kapellenvereins Nadenberg und initiativ für das 1930 erbaute Genesungsheim in Ried, heute die Fachklinik Ried.

 

 

Erinnerung Stadtgeschichte 2010