Die Bilder zeigen romantische Spätherbststimmung bei der Exkursion des GMV am 16. 11. 2016 am Waldsee. Wir suchten nach Spuren früherer Zeiten in der Waldseelandschaft.
Das Wasser hat die dunkle Moorfärbung, doch es steht auf dem basischen Lehm der Grundmoränedes Eiszeitgletschers. Damit sind Säuren aus den Mooren neutralisiert und das Wasser für Fischwirtschaft brauchbar. Der Waldsee hat die Eigenart eines Stauweihers zur Aufzucht von Speisefischen, Hecht und Karpfen, als welcher er im Altenburger Urbar von 1570 aufgeführt wird, beibehalten. Wir können wohl am heutigen Sommerablauf noch immer die Lage des ursprünglichen Wehres sehen, und im tiefsten Bereich an der Ostseite sammelten sich beim Ablassen des Wassers die Fische an dieser einigermaßen zugänglichen Stelle.
Der "Herrschafts- und Amtsweiher im Lindenberger Holz", so die Bezeichnung, war im Jahr 1687 an einen Lindenberger, Martin Bildstein, verkauft worden. Aus dieser Zeit scheinen Hinweise auf weitere Nutzung zu fehlen, und damit verlandeten Weiher dieses Typs oft. Dieser blieb uns aber erhalten, weil sein Wasser zum Betrieb einer Säge, dokumentiert seit 1749, verwendet wurde. Der Wasserstand schwankte dadurch stark, was rasche Verlandungsprozesse verhindert. An der Westspitze hat sich eine Verlandungszone ausgebildet, dies ist ein Bereich, der wichtig für den Naturschutz ist.
Bereits 1901 begann die Karriere des Sägeweihers als Erholungsgebiet mit der Anlage der ersten Badehütte (aber nur für Herren). 1904 wurde die Säge abgebrochen, 1905 das erste Ausflugslokal eröffnet.
Der begradigte See-Einlauf zur Westspitze wurde Anfang der 60er Jahre angelegt. Dabei kam es zu großen Verlusten an Artenvielfalt in Flora und Fauna. Im Gelände ist das alte mäandrierende Bachbett noch zu erkennen. Was an Tier- und Pflanzenvorkommen damals dem Bagger, und den Versuchen zur Aufdüngung, entkommen ist, wird jetzt durch Naturschutzprogramme wieder gefördert.
Einige Exkursionsteilnehmer trafen sich im Anschluss zum Kaffee im Waldseehotel. Wir sprachen über die vielfältigen Pläne und Entwicklungen im Verlauf des 20. Jahrhunderts, darunter Moorkurbetrieb und die Geschichte der Waldsee-GmbH, worüber zum Beispiel Hans Stiefenhofer in Band 5 der Reihe "Aus früheren Tagen" berichtet.
Ein Teilnehmer zeigte etwas Besonderes, ein Porzellanteller mit der Aufschrift "Restauration Sägenweiher". Dieser dokumentiert die Gründerjahre des Hauses, noch vor der Einführung des neuen Namens "Waldsee".
Maria Lobo Wiest
