Stadtgeschichten

Lindenberg kann eine bemerkenswerte Entwicklung vorweisen. Ursprünglich ein kleines, unbedeutendes Dörflein, später Markterhebung, schließlich Stadt und heute wirtschaftliches Zentrum des Westallgäus.
Wer mit wachen Augen durch die Stadt geht, kann diesen Werdegang nachvollziehen. Zeitzeugen aus Holz und Stein, Denkmale und viele bauliche Details geben Aufschluss über die Vergangenheit.
Der Verein will dieses kulturelle Erbe in Wert setzen, den Erhalt fördern, das Bewusstsein in der Bevölkerung schärfen. 

Ein stadtgeschichtlicher Rundgang war ein Projekt des Geschichts- und Museumsvereins. An knapp zwei Dutzend Stellen in der Stadt weisen Erinnerungstafeln auf geschichtliche Themen hin, die für das Leben und die Entwicklung Lindenbergs maßgeblich waren.

Die Stadtpfarrkirche, Dom des Westallgäus, findet sich dort genauso wie die Lazarettstadt, Pferdehandel, s'Bähnle, s'Kappele oder die Geldstadt. 

Begonnen hat das Projekt mit einer „Geschichtsinstallation“ im Aussichtsturm auf dem Nadenberg zum 50. Jahrestag des ersten Familien-Feriendorfs der Stiftung Hilfswerk Berlin am 15.05.2010.

Für Inhalt und Gestaltung zeichneten sich vor allem Dr. Georg Grübel und Werner Budzinski, gestorben am 13.05.2015, verantwortlich.

Für diesen stadtgeschichtlichen Rundgang muss das Haus nicht unbedingt verlassen werden. Sie haben hier die Möglichkeit online in die Geschichte Lindenbergs einzutauchen. 

´s Kappele zu unserer lieben Frau

Die Geschichte der Marienkapelle „zu unserer Lieben Frau“ reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Sie dürfte die erste Kirche gewesen sein, mit der Lindenberg 1275 eine eigene Pfarrei wurde . Die Glocke mit der Jahreszahl 1549 ist die älteste Glocke Lindenbergs.

Liebfrauenkapelle - 1917

Die Geschichte der Marienkapelle „zu Unserer Lieben Frau“ reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Sie dürfte die erste Kirche gewesen sein, mit der Lindenberg 1275 eine eigene Pfarrei wurde . Die Glocke mit der Jahreszahl 1549 ist die älteste Glocke Lindenbergs. Die Figur der Muttergottes mit dem Jesuskind im neugotischen Altar von 1863 wurde um 1510/20 gefertigt. Marienwallfahrten gehen hier bis ins 15. Jahrhundert zurück und schon 1556 wurde ein Kaplanei-Benefizium gestiftet. Die äußere Form erhielt die Kapelle wohl nach dem 30jährigen Krieg: Als 1636 die Schweden die Aureliuskirche und den Pfarrhof niederbrannten, wurde zunächst die Liebfrauenkapelle als Ersatz für die zerstörte Pfarrkirche ausgebaut und erweitert. 1943 sollte die Kapelle nach Vorgabe des damaligen NS-Bürgermeisters Vogel zu einer großdeutschen Kriegergedächtnistätte umgewandelt werden. Stadtpfarrer Mathias Preckle gelang es durch eine geschickte Verzögerungstaktik dieses Vorhaben schlußendlich zu verhindern. An Maria Lichtmeß 1951 wurde von Stadtpfarrer Joh. Ev. Götz der neue Tabernakel geweiht. Seitdem wird hier jeden Mittwoch um 8.30 Uhr die hl. Messe gefeiert. 1978 wurde unter Stadtpfarrer P. Ferdinand Raba die Kapelle renoviert. Seitdem präsentiert sich die Kapelle wieder als kirchliches Kleinod in Lindenberg.

Erinnerung Stadtgeschichte 2011

 

Hans Stiefenhofer, Kapelle zu Unserer Lieben Frau in Lindenberg in:

Aus vergangenen Tagen Band 1,   Band 4

 

Heimatkunde

In Lindenberg wurde im Frühjahr 1926 auf Initiative von Leonhard Kleinle ein „Arbeitsausschuß für die Lindenberger Heimatkunde“ gebildet. Vorstand war Bürgermeister Dr. Meier, Schriftführer Martin Koelbl. Mitarbeiter waren neben Leonhard Kleinle die Herren Geistlicher Rat Joh. Ev. Egger, Josef Reich, Michael Ohmayer, J. Adolf Schwarz und Oskar König. Dieser Arbeitsausschuss war dann Herausgeber der „Lindenberger Heimatkunde“, die seit Dezember 1925 als  Beilage im Lindenberger Tagblatt erschien. Die Kopfleiste dazu wurde von Kunstmaler Otto Keck gestaltet.

Die „Lindenberger Heimatkunde“ erschien in derselben Form bis zum März 1934, allerdings ab Mitte 1933 als Beilage des Westallgäuer Tagblatts. Dies war eine Folge der erzwungenen Fusion des Lindenberger Tagblatts (Verlag Jacobi in Lindenberg) mit dem Westallgäuer Tagblatt (Verlag Holzer in Weiler). Die „Lindenberger Heimatkunde“ ging ab April 1934 in der Beilage „Westallgäuer Heimatblätter“ auf, die seit 1921 bis heute im Verlag Holzer erscheint.

(Quelle: HANS STIEFENHOFER: Lindenberger Heimatkunde, Aus Vergangenen Tagen, Band1, S. 12/13)

Die „Lindenberger Heimatkunde“ ist im Stadtarchiv Lindenberg einsehbar:

 

Stadtarchiv: Brennterwinkel 4, Stadtarchiv(at)lindenberg(punkt)de

Ihre Ansprechpartnerin: Frau Britta De Jans
 

Dankenswerterweise haben Franziska Möschel und Marlies Braun die Inhaltsverzeichnisse der „Lindenberger Heimatkunde“ als ‘Findbuch‘ in eine rechnerlesbare Form gebracht:

Inhaltsverzeichnis zum Download (PDF)

Zeitzeugen im Gespräch

In den letzten Jahren haben Marieluise Wiedemann und Norbert Mayer etliche Lindenberger interviewt, die über ihre Kindheit, ihre Jugend und ihren Lebensweg in dieser Stadt erzählten.
Ursprünglich waren diese Interviews für den Lindenberger Jubiläumsfilm "Lenes Tagebuch" gedacht, was aber dann doch den zeitlichen Rahmen gesprengt hätte.
Stattdessen wollen wir die gut 30 Lindenberger und Lindenbergerinnen an dieser Stelle zu Wort kommen lassen.

Lesen Sie weiter auf der externen Seite:

http://www.lindenberg100.de