Am 28. August 2017 besuchten wir das „Strohmuseum im Park“. Das Museum widmet sich der Geschichte der Freiämter Hutgeflechtindustrie.
In Wohlen/ Schweiz im Kanton Aargau wurden im 19. Jahrhundert erstaunlich feine Garnituren für Hüte und Kleidungsstücke hergestellt.
Ab 1844 war die Herstellung von Drohdel- Strohschnüren, das sind feine aus Stroh- „Fäden“ gezwirnte Schnüre und Kordeln auch bei uns ein großer Nebenerwerb. Mit „Strohdrohdeln“ konnte eine Person am Tag einen Gulden (= 60 Kreuzer) verdienen. Nach und nach wurde auch in den Nachbargemeinden mehr gedrohdelt als Strohborten geflochten.
Der Produktionswert der exportierten Drohdelschnüre aus Lindenberg und Heimenkirch betrug 1853 das siebenfache der exportierten Hutproduktion.
Die Sonderführung über die Herstellung des Röhrli- Hutes hat uns sehr beeindruckt. Der Hut, der in Lindenberg als sogenannter Binsen bzw. gebundener Hut verkauft wurde, hat je nach Größe 2700 – 3200 Knoten.
Es gibt doch viele Parallelen zu Lindenberg, auch Wohlen war ebenso wie Lindenberg ein kleines Dorf in dem sich die Menschen neben der Landwirtschaft mit Strohflechten ihren Lebensunterhalt in den Wintermonaten sicherten.
Mit einem Versprechen der Wohlener, auch das Deutsche Hutmuseum zu besuchen, verabschiedeten wir uns.
