Die Sandstraße verdankt ihren Namen der ehemaligen Kiesgrube, heute <P5 Stadtmitte> und Bauhof. Sie verbindet die Marktstraße mit der Hirschbergstraße.
Eine Straßenverbindung der Kiesgrube mit der nahegelegenen Hirschbergstraße wurde Ende 1904 vom damaligen Besitzer der Kiesgrube Joh. Georg Wiedemann hergestellt. Die Verbindung von der Marktstraße, entlang der Aureliuskirche entstand 1907/1908 unter dem neuen Besitzer der Kiesgrube, dem Zementwaren-Fabrikanten Hans Keller in der Steinstraße. Bei der amtlichen Straßenbenennung 1911 erhielt dann die Straße in ihrer ganzen Länge von der Marktstraße bis zur Hirschbergstraße den Namen <Sandstraße>.
Nach Erwerb der Kiesgrube gründete Hans Keller zusammen mit Hugo Rädler (Sohn des Käsegroßhändlers Lorenz Rädler) die neue Firma „Schotterwerk Firma Keller und Rädler“.
Wegen der Platznot auf dem Friedhof begann die Stadt zur Friedhofserweiterung im Februar 1919 mit Hugo Rädler Verhandlungen über den Erwerb von anliegenden Grünflächen aus dem landwirtschaftlichen Anwesen Hirschbergstraße 1, das Hugo Rädler zur Ablagerung von Abraumerde aus der Kiesgrube dazugekauft hatte. Die Verhandlungen zogen sich wegen der zunehmenden Geldentwertung und durch den Tod von Hugo Rädler (1919) in die Länge, so dass der Ankauf von der Witwe Luise Rädler erst am 8. März 1924 zustande kam. Die Stadt erwarb jetzt um 135.000 Rentenmark die gesamten Rädlerschen Immobilien und Mobilien (Quetschanlage und Maschinenpark) der Kiesgrube und dazu auch die Anwesen Bergstraße 6 und Hirschbergstraße 1.
Aus der hier geplanten Friedhofserweiterung wurde aber nichts, denn die Stadt verkaufte unter Bürgermeister Vogel um 1934 den an den Friedhof anstoßenden Grund an der Sandstraße: Hier entsteht dann um 1937 eine Kleinsiedlung des „Reichsheimstättenwerks“.
Da es damit schlussendlich keine ausreichende Erweiterungsmöglichkeit des „alten“ Friedhofs mehr gab, musste die Stadt als Konsequenz einen neuen Friedhof schaffen: 1971 wird der „Bergfriedhof“ an der Hirschbergstraße eingeweiht.
Quelle: Hans Stiefenhofer, Die Kiesgrube, Aus vergangenen Tagen, Band 3, S. 101-109, 1992.
GG 3/2013