Stadtgeschichten

Lindenberg kann eine bemerkenswerte Entwicklung vorweisen. Ursprünglich ein kleines, unbedeutendes Dörflein, später Markterhebung, schließlich Stadt und heute wirtschaftliches Zentrum des Westallgäus.
Wer mit wachen Augen durch die Stadt geht, kann diesen Werdegang nachvollziehen. Zeitzeugen aus Holz und Stein, Denkmale und viele bauliche Details geben Aufschluss über die Vergangenheit.
Der Verein will dieses kulturelle Erbe in Wert setzen, den Erhalt fördern, das Bewusstsein in der Bevölkerung schärfen. 

Ein stadtgeschichtlicher Rundgang war ein Projekt des Geschichts- und Museumsvereins. An knapp zwei Dutzend Stellen in der Stadt weisen Erinnerungstafeln auf geschichtliche Themen hin, die für das Leben und die Entwicklung Lindenbergs maßgeblich waren.

Die Stadtpfarrkirche, Dom des Westallgäus, findet sich dort genauso wie die Lazarettstadt, Pferdehandel, s'Bähnle, s'Kappele oder die Geldstadt. 

Begonnen hat das Projekt mit einer „Geschichtsinstallation“ im Aussichtsturm auf dem Nadenberg zum 50. Jahrestag des ersten Familien-Feriendorfs der Stiftung Hilfswerk Berlin am 15.05.2010.

Für Inhalt und Gestaltung zeichneten sich vor allem Dr. Georg Grübel und Werner Budzinski, gestorben am 13.05.2015, verantwortlich.

Für diesen stadtgeschichtlichen Rundgang muss das Haus nicht unbedingt verlassen werden. Sie haben hier die Möglichkeit online in die Geschichte Lindenbergs einzutauchen. 

Waldseeführung 2016

Aus der Frühzeit des Waldsee

Die Bilder zeigen romantische Spätherbststimmung bei der Exkursion des GMV am 16. 11. 2016 am Waldsee. Wir suchten nach Spuren früherer Zeiten in der Waldseelandschaft.

Das Wasser hat die dunkle Moorfärbung, doch es steht auf dem basischen Lehm der Grundmoränedes Eiszeitgletschers. Damit sind Säuren aus den Mooren neutralisiert und das Wasser für Fischwirtschaft brauchbar. Der Waldsee hat die Eigenart eines Stauweihers zur Aufzucht von Speisefischen, Hecht und Karpfen, als welcher er im Altenburger Urbar von 1570 aufgeführt wird, beibehalten. Wir können wohl am heutigen Sommerablauf noch immer die Lage des ursprünglichen Wehres sehen, und im tiefsten Bereich an der Ostseite sammelten sich beim Ab­lassen des Wassers die Fische an dieser einigermaßen zugänglichen Stelle.

Der "Herrschafts- und Amtsweiher im Lindenberger Holz", so die Bezeichnung, war im Jahr 1687 an einen Lindenberger, Martin Bildstein, verkauft worden. Aus dieser Zeit scheinen Hin­weise auf weitere Nutzung zu fehlen, und damit verlandeten Weiher dieses Typs oft. Dieser blieb uns aber erhalten, weil sein Wasser zum Betrieb einer Säge, dokumentiert seit 1749, ver­wendet wurde. Der Wasserstand schwankte dadurch stark, was rasche Verlandungsprozesse verhindert. An der Westspitze hat sich eine Verlandungszone ausgebildet, dies ist ein Bereich, der wichtig für den Naturschutz ist.

Bereits 1901 begann die Karriere des Sägeweihers als Erholungsgebiet mit der Anlage der ersten Badehütte (aber nur für Herren). 1904 wurde die Säge abgebrochen, 1905 das erste Ausflugslokal eröffnet.

Der begradigte See-Einlauf zur Westspitze wurde Anfang der 60er Jahre angelegt. Dabei kam es zu großen Verlusten an Artenvielfalt in Flora und Fauna. Im Gelände ist das alte mäandrierende Bachbett noch zu erkennen. Was an Tier- und Pflanzenvorkommen damals dem Bagger, und den Versuchen zur Aufdüngung, entkommen ist, wird jetzt durch Naturschutzprogramme wieder gefördert.

Einige Exkursionsteilnehmer trafen sich im Anschluss zum Kaffee im Waldseehotel. Wir sprachen über die vielfältigen Pläne und Entwicklungen im Verlauf des 20. Jahrhunderts, darunter Moorkurbetrieb und die Geschichte der Waldsee-GmbH, worüber zum Beispiel Hans Stiefenhofer in Band 5 der Reihe "Aus früheren Tagen" berichtet.

Ein Teilnehmer zeigte etwas Besonderes, ein Porzellanteller mit der Aufschrift "Restauration Sägenweiher". Dieser dokumentiert die Gründerjahre des Hauses, noch vor der Einführung des neuen Namens "Waldsee".

Maria Lobo Wiest

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Heimatkunde

In Lindenberg wurde im Frühjahr 1926 auf Initiative von Leonhard Kleinle ein „Arbeitsausschuß für die Lindenberger Heimatkunde“ gebildet. Vorstand war Bürgermeister Dr. Meier, Schriftführer Martin Koelbl. Mitarbeiter waren neben Leonhard Kleinle die Herren Geistlicher Rat Joh. Ev. Egger, Josef Reich, Michael Ohmayer, J. Adolf Schwarz und Oskar König. Dieser Arbeitsausschuss war dann Herausgeber der „Lindenberger Heimatkunde“, die seit Dezember 1925 als  Beilage im Lindenberger Tagblatt erschien. Die Kopfleiste dazu wurde von Kunstmaler Otto Keck gestaltet.

Die „Lindenberger Heimatkunde“ erschien in derselben Form bis zum März 1934, allerdings ab Mitte 1933 als Beilage des Westallgäuer Tagblatts. Dies war eine Folge der erzwungenen Fusion des Lindenberger Tagblatts (Verlag Jacobi in Lindenberg) mit dem Westallgäuer Tagblatt (Verlag Holzer in Weiler). Die „Lindenberger Heimatkunde“ ging ab April 1934 in der Beilage „Westallgäuer Heimatblätter“ auf, die seit 1921 bis heute im Verlag Holzer erscheint.

(Quelle: HANS STIEFENHOFER: Lindenberger Heimatkunde, Aus Vergangenen Tagen, Band1, S. 12/13)

Die „Lindenberger Heimatkunde“ ist im Stadtarchiv Lindenberg einsehbar:

 

Stadtarchiv: Brennterwinkel 4, Stadtarchiv(at)lindenberg(punkt)de

Ihre Ansprechpartnerin: Frau Britta De Jans
 

Dankenswerterweise haben Franziska Möschel und Marlies Braun die Inhaltsverzeichnisse der „Lindenberger Heimatkunde“ als ‘Findbuch‘ in eine rechnerlesbare Form gebracht:

Inhaltsverzeichnis zum Download (PDF)

Zeitzeugen im Gespräch

In den letzten Jahren haben Marieluise Wiedemann und Norbert Mayer etliche Lindenberger interviewt, die über ihre Kindheit, ihre Jugend und ihren Lebensweg in dieser Stadt erzählten.
Ursprünglich waren diese Interviews für den Lindenberger Jubiläumsfilm "Lenes Tagebuch" gedacht, was aber dann doch den zeitlichen Rahmen gesprengt hätte.
Stattdessen wollen wir die gut 30 Lindenberger und Lindenbergerinnen an dieser Stelle zu Wort kommen lassen.

Lesen Sie weiter auf der externen Seite:

http://www.lindenberg100.de