Die Gastwirtschaft zum alten Bräuhaus

Das Alte Bräuhaus und die Stadthalle im Lindenberger Brennterwinkel sind seit Anfang Februar 2021 Geschichte.

 

Die Stadt braucht Platz für ein Senioren-Wohnprojekt der Johanniter. 62 Wohnungen in vier Häusern sollen auf dem 4 400 Quadratmeter großen Areal entstehen und eine Tiefgarage mit 69 Stellplätzen. Mitte des kommenden Jahres soll der Bau fertig sein.

 

Vor nahezu 400 Jahren, 1629,  wurde der Bau erstmals schriftlich dokumentiert, wonach ein Mathias Specht dem Kaplanei – Benefizium Altenburg-Weiler steuerpflichtig war.

1770 teilt Braumeister Franz Spieler seiner „hochgebietenden“ Obrigkeit mit, dass er 3365 Eimer Bier in den Jahren 1761 bis 1770 gebraut hat.

1846 wird ein Johann Anton Specht als Eigentümer genannt, als Bierbrauer, Weinschenk und Kaffeehausbesitzer. Ziemlich sicher ist, dass das in Mundart „Bruihus“ genannte,  das erste Kaffeehaus in Lindenberg war.

Das Geschäft lief zunächst gut, es wurde gebraut von September bis Mai, später ganzjährig. 1901 kam die Metzgerei hinzu.

1905 übernahm Ludwig Steiner das Haus. Unter seiner Führung entstand 1909 die Wagenhalle und  der Abfüllkeller. Steiner war auch Eigentümer der Gastronomie am Waldsee.

Bierpreiserhöhungen, Rückgang des Bierumsatzes und die Kriegsjahre 1914 -1918  machten Ludwig Steiner schwer zu schaffen; er stirbt 1918, es kommt zur Versteigerung.

Bürgermeister Alois Schmitt sah keine finanzielle Möglichkeit das Alte Bräuhaus zu erwerben.

Am 21.Mai.1918 wurde die „Bräuhaus Lindenberg GmbH“ gegründet.

Der Brauerei Betrieb wurde stillgelegt und die Einrichtung an den Turnverein Lindenberg veräußert. In die leerstehenden Räumlichkeiten wurden Wohnungen eingebaut.

1926 wurde die Kegelbahn angebaut. 1935 folgte der Anbau des Veranstaltungssaals, dem ein gemütlicher Biergarten weichen musste.

Im Zweiten Weltkrieg dienten die Räumlichkeiten für Fliegergeschädigte und Flüchtlinge.

Die Gaststätte gehörte nach dem Krieg bis 2019 zu den beliebtesten  und gutbesuchten Stätten der Hutstadt. Bis zuletzt wurde das Alte Bräuhaus von Sylvia Seeger erfolgreich geführt.

(siehe auch: Hans Stiefenhofer: „Aus vergangenen Tagen“, Band 2, Seite 33 bis 35)

 

 

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