Austraße

Die Austraße, die zum Hotel Waldsee führt, zweigt zwischen den Haus Nrn. 88 und 90 von der Hauptstraße in nordwestlicher Richtung ab und war ursprünglich der „Tratt- und Triebweg“ der Anwesen Austraße 2, 3 und 5, diente somit ausschließlich der Landwirtschaft.

Recherche Arbeitsgruppe für Stadtfest 2018:

Thema: Wandbilder

Austraße 4

Namen: Feurle Richard (Urenkel von Theresia Reich)

Früher: Hausnummer 2a / 226 / 7

Das Motiv ist besonders gut und passt zum Baustil, stellt eine typische Szene zur Heuernte dar.

Der dargestellte Wasserkrug ist für den Bauern einst das wichtigste Utensil für die meist hitzige Arbeit des Heu einbringens.

Das Fresko war zur damaligen Zeit eine Modeerscheinung (Prestige).

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Zum Waldsee www.gmv-lindenberg.de/Seite147.html und den dort umliegenden Wäldern und Torfgründen ging die Fahrstraße über die Sedan- und Martinstraße. Das Recht, über den Auwirt [heute das Appartmenthaus Austraße 36] hinauszufahren, hatten nur die Besitzer der Anwesen Austraße 2 und 3. Erst 1853 gestatteten die Besitzer des alten Tratt- und Triebweges den „Oberdörflern“ mit leeren Wagen hinauszufahren. Die Oberdörfler waren jene, die im Kappelestrich wohnten, also in den von Hauptstraße Nr. 88 westwärts gelegenen Anwesen. Selbst im Flurplan von 1866 ist die heutige Austraße nur bis zum Auwirt als Fahrstraße eingezeichnet. Als dann die Bahnlinie nach Scheidegg gebaut wurde (1900/1901), musste das alte Trattsträßchen etwas geändert werden und wurde gleichzeitig für den allgemeinen Verkehr freigegeben.

 

Auf Anregung des ehemaligen Verschönerungsvereins wurde 1905 eine Ahornallee angelegt  und 1910 erwarb die Stadt die Wiesengründe beiderseits der Straße bis zur Bahnlinie, um den Vereinen für größere Veranstaltungen einen Festplatz zur Verfügung stellen zu können. 1912 fand dann auf der östlichen Seite das Gauturnfest statt, dem im Laufe der Jahre auch andere Veranstaltungen folgten. [Ab 1933 wurden alle Kinderfeste (bis 1971) in der Au abgehalten. (Bild)].  Mit dem Bau des Städtischen Gaswerks (1914) wurde die Hauptstraße einem lebhaften Verkehr unterworfen, was zur Folge hatte, dass das einfache Feldsträßchen vom Auwirt bis zum Gaswerk für den allgemeinen Verkehr ausgebaut wurde. Die Martinstraße     – im Volksmund „beim Dürrenbühl hinaus“– verlor damit ihre Bedeutung als Zufahrtsstraße zum Waldsee. 1920 wurde der westlich der Straße gelegene Wiesengrund von Fußballclub und Turnverein zu einem Sportplatz  eingeebnet [Stadion-Grundsanierung 2012].  In den Jahren 1944/47 wurde dieser Platz  für Mietgärten zweckentfremdet .

 

Die äußere Austraße vom Auwirt bis zum Waldseehaus wurde 1936/37 bedeutend verbreitert, einige Kurven ausgeglichen, die Abläufe des Waldsees so geändert, dass die Vorbeifahrt am Waldseehaus nach rückwärts verlegt werden konnte und dadurch an der Vorderseite ein sonniger Gastplatz und eine Spielwiese angelegt werden konnten. Gleichzeitig wurde in entsprechender Entfernung ein Parkplatz angelegt, der  ursprünglich als Freilichttheater vorgesehen war. War nun der erste Teil der Austraße durch die vielen Fußballwettspiele zu lebhaftem Verkehr gekommen, so mehrte sich der noch durch die Anlage des Tennisplatzes (1952), auf dem gleich im ersten Winter ein Eishockeyspiel zwischen Bregenz und Lindenberg ausgetragen wurde, das für letztere einen glänzenden Erfolg brachte.

  

[GG 01/13]

 

1[„Tratt“ bedeutete die gebundene, umfriedete wirtschaftliche Nutzung des Raumes durch die Anwohner, „Trieb“ bedeutete den freien, ungebundenen Weidetrieb.]

nach: Leonhard Kleinle (Zeitung 22.8.1963)