Stadtgeschichte im Rathaus

Im Zuge des Rathausumbaus erhielt das Foyer des Bürgerbüros auch eine sogenannte Medienwand.

Teilnehmer unserer   AG   “Alte Häuser Lindenberg“  haben dazu aus der historischen Postkartensammlung von Karl Staudter  (+23.02.2017) eine Präsentation erstellt, die Bilder aus längst vergessenen Zeiten zeigt.

Bei vielen Lindenbergerinnen und Lindenbergern werden die Aufnahmen Erinnerungen wecken, und ganz gewiss sind überraschende Motive dabei.

Öffnungszeiten des Bürgerbüros, in denen die Medienwand besichtigt werden kann:

Montag  und Dienstag   8.00 – 12.30 Uhr und 14.00 – 16.00 Uhr

Mittwoch 8.00 – 12.30 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr

Donnerstag  und Freitag  8.00 – 12.30 Uhr

Das Torfmoor

Das Torfmoor war unser Thema am Abend des 3. August 2017 am Waldsee.

Das Allgäuer Wort für ein Torfmoor ist "Wasemoos".

Der Brennwert des Torfes war seit langem bekannt und damit die entsprechende Verwertungsmöglichkeit. Ein industrieller Abbau setzte im Westallgäu jedoch erst in der Zeit der Brennstoffknappheit nach dem zweiten Weltkrieg ein, etwa für die Hutfabriken. In kurzer Zeit verschwanden dadurch die Hochmoorgebiete bei Lindenberg hinter dem Spielermoos, wo maschineller Abbau stattfand, bis auf einen geringen Rest.

Am Waldsee wurden zwar keine Maschinen eingesetzt, doch auch in diesem Bereich ist wegen der Torfgewinnung das eigentliche Hochmoor nicht erhalten geblieben. Am Rand des Hagspielmoos bei Scheffau waren ebenfalls Torfmaschinen für Lindenberg im Einsatz. Dort erfolgte der Abbau nicht vollständig, es ist noch Hochmoor zu sehen.

Heute gelten Moorlandschaften als schutzwürdig, als Naturraum mit besonderem Charakter. Sie sind auch nützlich als Wasserrückhalteflächen und können durch Verdunstungskälte im Sommer frische Luft bringen. Früher dagegen herrschte der Gedanke vor, Moore zu entwässern, abzubauen, und in ertragreiches Wirtschaftsland zu verwandeln. Das gelang in manchen Fällen nicht.

Torf

Torf, gebildet aus abgestorbenen Pflanzenteilen ist gut geeignet, uns an den grundsätzlichen Stoffkreislauf zwischen Lebewesen, Luft, und Boden zu erinnern:

Organische, also von Lebewesen stammende Substanz braucht zu ihrem Aufbau das chemische Element Kohlenstoff, Symbolbuchstabe C. Die grünen Pflanzen gewinnen den Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid, CO2, der Luft, welches sie aufnehmen und zusammen mit Wasser zu den sprichwörtlichen Kohlehydraten aufbauen. Dies geschieht im Blattgrün. Die Energie für diese chemische Syntheseleistung liefert das Sonnenlicht. Aller Sauerstoff (O2) in der Erdatmosphäre stammt aus diesem Vorgang, er wird von den grünen Pflanzen abgegeben. In den Kohlehydraten speichern die grünen Pflanzen die Energie – die "Kalorien" –, für alle Lebensvorgänge auf der Erde. Diese Energie wird freigesetzt, indem organische Substanz veratmet oder verbrannt wird. Beim Veratmen und Verbrennen verbindet sich der Kohlenstoff mit Sauerstoff,  gelangt so als CO2 zurück in die Atmosphäre.

Im Fall von Mooren bleibt der Kohlenstoff, genau wie bei Erdgas, Kohle, Erdöl, in der Lagerstätte gebunden.

Moor und Moos

Die Moospolster, welche speziell für Hochmoore verantwortlich sind, werden hauptsächlich von Moosen der Gattung Sphagnum gebildet, die darum Torfmoose heißen. Ein Erkennungsmerkmal sind ihre sternförmigen ("an Edelweiß erinnernd") Sproßköpfchen. Sie können, je nach Art, Standort und Jahreszeit, blassgrün, gelbbraun oder noch dunkler, hell blaugrün oder sogar rot gefärbt sein.

Wichtig ist ihr Wasserspeichervermögen – mit dem sie Regen zurückhalten – manche können das 20fache ihres Trockengewichtes aufsaugen. Durch ihren speziellen Mineralstoffwechsel säuern Torfmoose das Wasser bis zu pH-Werten um 4 an.

Dies sind Bedingungen, unter denen abgestorbene Pflanzenteile nicht mehr zersetzt werden. So bleibt die organische Substanz der Moose und anderen Pflanzen, vom Wollgrasbüschel bis zum Baum, erhalten und wird überwachsen. Im Lauf von Jahrtausenden wachsen so die Moospolster auf sich selbst in die Höhe, bis sie kein Wasser mehr aus dem ursprünglichen Bodengrund erreichen und nur noch vom Regen gespeist werden. Daher kommt die Bezeichnung "Hochmoor", auch "Regenmoor". Ein voll ausgeprägtes Hochmoor ist in seiner zentralen Fläche frei von Bäumen.

Man rechnet im Durchschnitt in unserem Klima mit einem Zuwachs von 1 cm pro Jahr für Torfmoos, durch Zusammensacken und Druck bleibt davon 1 mm pro Jahr. Fotos vom Torfstich im Allgäu zeigen manchmal mehrere Meter hohe "Wände". Man kann sich deshalb gut vorstellen, dass die ältesten Hochmoore bei uns vor rund 10 000 Jahren nach dem Ende der Eiszeit zu wachsen begonnen haben.

In Deutschland liegen die meisten Hochmoore im Norden. Den Regenreichtum, den sie brauchen, finden sie außerdem in den Gebirgen, im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, und im Alpenvorland.

Moore allgemein

Moore entstehen auf verschiedene Weise, gerne zum Beispiel auf Wasserscheiden, wo das Wasser "nicht weiß, wohin abfließen", durch Verlandung von stehenden Gewässern, an Quellhängen, oder auf wasserstauendem Boden. Die Lindenberger Moore stehen auf dem Lehm der Grundmoräne des eiszeitlichen Rhein-Vorlandgletschers. Es gibt viele verschiedene Moortypen, zum Beispiel Nieder- oder Übergangsmoore. Dazu gehören Moorwälder und Moorwiesen, im Allgäu gut bekannt sind die Streuewiesen mit ihrem Blumenreichtum. Gemeinsames Merkmal aller Moore ist der schwarze Boden, der die nicht veratmete organische Substanz anzeigt. In Mooren wird also immer Kohlenstoff in Form von Pflanzenresten angereichert.

Link zum Artikel über Waldsee & Waasemoos

 

 

Ruhebank an der Staufner-Straße

Auf Wunsch der Hoschstuber- Gruppe, die in Zusammenarbeit mit dem Förderverein "mundArt Allgäu e. V."  ein Dialekt-Buch mit dem Titel

 "Leased, losed und lueged, schwätzed und lached...

                                                                                  ...bei is im Weschtallgai"

erstellt hat, wurde an der Staufner-Straße eine Ruhebank mit Blick in die Berge aufgestellt.

Am 14. August 2017 wurde sie von den Mitgliedern und der Senioren-Gruppe Lindenberg mit einem Glas Sekt begossen.

Mit  humorigen Versen, längst vergessenen Kochrezepten und Tipps für Spaziergänge um Lindenberg ist das Büchlein ein Nachschlagewerk nicht nur für Westallgäuer, auch für Zugereiste.

Strohmuseum im Park

Am 28. August 2017 besuchten wir das „Strohmuseum im Park“. Das Museum widmet sich der Geschichte der Freiämter Hutgeflechtindustrie.

In Wohlen/ Schweiz im Kanton Aargau wurden im 19. Jahrhundert erstaunlich feine Garnituren für Hüte und Kleidungsstücke hergestellt.

Ab 1844 war die Herstellung von Drohdel- Strohschnüren, das sind feine aus Stroh- „Fäden“  gezwirnte Schnüre und Kordeln auch bei uns ein großer Nebenerwerb. Mit „Strohdrohdeln“  konnte eine Person am Tag einen Gulden (= 60 Kreuzer) verdienen. Nach und nach wurde auch in den Nachbargemeinden mehr gedrohdelt als Strohborten geflochten.

Der Produktionswert der exportierten Drohdelschnüre aus Lindenberg und Heimenkirch betrug 1853 das siebenfache der exportierten Hutproduktion.

Die Sonderführung über die Herstellung des Röhrli- Hutes hat uns sehr beeindruckt. Der Hut, der in Lindenberg als sogenannter Binsen bzw. gebundener Hut verkauft wurde, hat je nach Größe 2700 – 3200 Knoten.

Es gibt doch viele Parallelen zu Lindenberg, auch Wohlen war ebenso wie Lindenberg ein kleines Dorf in dem sich die Menschen neben der Landwirtschaft mit Strohflechten ihren Lebensunterhalt in den Wintermonaten sicherten.

Mit einem Versprechen der Wohlener, auch das Deutsche Hutmuseum zu besuchen, verabschiedeten wir uns.