Tätigkeitsbericht 2016

Mitgliedertreffen

Am 21.01., 19.04., 21.07. (Jahreshauptversammlung) und 20.10. fanden Mitgliedertreffen statt, die u.a. als Plattform zum Austausch über stadtgeschichtliche Themen dienten Postkarten-Sammlung Staudter, Simon- und Juda Markt in Lindenberg.


Exkursionen

19.04. Kirchenführung, Stadtpfarrkirche mit Pfarrer Leander Mikschl.


Am 28. 08. fuhren Mitglieder und Interessierte zur Zisterzienserabtei Wettingen Mehrerau. Frater Damjanovic vermittelte den Teilnehmern eindrucksvoll die Geschichte der Abtei, Barock Bibliothek und gab einen Einblick in das Leben der Mönche.


Am 26.11. wurde von unserem Mitglied Maria Lobo Wiest eine historische Waldseeführung durchgeführt, die bei den Teilnehmern großen Anklang fand.


Homepage

Die Vereins-Homepage wurde grundlegend technisch überarbeitet und grafisch neu gestaltet. Sie bietet wieder zahlreiche Informationen für alle stadtgeschichtlich Interessierten.


Stadtfest

Im Rahmen des Stadtfestes wurde den vielen Besuchern die Stadtentwicklung an Hand einer Gegenüberstellung “Lindenberg gestern und Heute“ verdeutlicht.


Treffen der Ortsheimatpfleger

Die zweite Vorsitzende nahm an den regelmäßigen Veranstaltungen der Ortsheimatpfleger des Landkreises Lindau teil und nutzte die Treffen zum knüpfen eines Netzwerks.


Arbeitskreis Urkataster

Der Arbeitskreis “Urkataster“ trifft sich in regelmäßigen Abständen. Die Arbeitsergebnisse werden in Kürze im Internet und auf Bannern beim Stadtfest 2017

präsentiert.


Westallgäutag

Der Verein beteiligte sich am Westallgäutag und legte für diese Veranstaltung eigens eine DVD auf.




Interaktive Vortragshoschtube

In den Jahren 2010/2012 wurden in Lindenberg u. a. mit Unterstützung des Geschichts- und Museumsvereins über 20 thematische Erinnerungstafeln angebracht.

Dr. Grübel griff das Thema im Rahmen einer Veranstaltung der VHS auf.




Waldseeführung 16.11.2016

Aus der Frühzeit des Waldsee

Die Bilder zeigen romantische Spätherbststimmung bei der Exkursion des GMV am 26. 11. 2016 am Waldsee. Wir suchten nach Spuren früherer Zeiten in der Waldseelandschaft.

Das Wasser hat die dunkle Moorfärbung, doch es steht auf dem basischen Lehm der Grundmo­ränedes Eiszeitgletschers. Damit sind Säuren aus den Mooren neutralisiert und das Wasser für Fischwirtschaft brauchbar. Der Waldsee hat die Eigenart eines Stauweihers zur Aufzucht von Speisefischen, Hecht und Karpfen, als welcher er im Altenburger Urbar von 1570 aufgeführt wird, beibehalten. Wir können wohl am heutigen Sommerablauf noch immer die Lage des ur­sprünglichen Wehres sehen, und im tiefsten Bereich an der Ostseite sammelten sich beim Ab­lassen des Wassers die Fische an dieser einigermaßen zugänglichen Stelle.

Der "Herrschafts- und Amtsweiher im Lindenberger Holz", so die Bezeichnung, war im Jahr 1687 an einen Lindenberger, Martin Bildstein, verkauft worden. Aus dieser Zeit scheinen Hin­weise auf weitere Nutzung zu fehlen, und damit verlandeten Weiher dieses Typs oft. Dieser blieb uns aber erhalten, weil sein Wasser zum Betrieb einer Säge, dokumentiert seit 1749, ver­wendet wurde. Der Wasserstand schwankte dadurch stark, was rasche Verlandungsprozesse verhindert. An der Westspitze hat sich eine Verlandungszone ausgebildet, dies ist ein Bereich, der wichtig für den Naturschutz ist.

Bereits 1901 begann die Karriere des Sägeweihers als Erholungsgebiet mit der Anlage der ersten Badehütte (aber nur für Herren). 1904 wurde die Säge abgebrochen, 1905 das erste Ausflugslokal eröffnet.

Der begradigte See-Einlauf zur Westspitze wurde Anfang der 60er Jahre angelegt. Dabei kam es zu großen Verlusten an Artenvielfalt in Flora und Fauna. Im Gelände ist das alte mäandrie­rende Bachbett noch zu erkennen. Was an Tier- und Pflanzenvorkommen damals dem Bagger, und den Versuchen zur Aufdüngung, entkommen ist, wird jetzt durch Naturschutzprogramme wieder gefördert.

Einige Exkursionsteilnehmer trafen sich im Anschluss zum Kaffee im Waldseehotel. Wir spra­chen über die vielfältigen Pläne und Entwicklungen im Verlauf des 20. Jahrhunderts, darunter Moorkurbetrieb und die Geschichte der Waldsee-GmbH, worüber zum Beispiel Hans Stiefen­hofer in Band 5 der Reihe "Aus früheren Tagen" berichtet.

Ein Teilnehmer zeigte etwas Besonderes, ein Porzellanteller mit der Aufschrift "Restauration Sägenweiher". Dieser dokumentiert die Gründerjahre des Hauses, noch vor der Einführung des neuen Namens "Waldsee".

Maria Lobo Wiest